Vortrag 1: Macht und Grenzen der Sprache in der Lehre – oder: Die Leere und das Scheitern

Zuder

Mag.a Heidemarie Zuder

Kurzbiografie:
ist AHS-Lehrerin in Graz. Die Fächer Philosophie, Psychologie und Englisch bilden einen sehr guten Rahmen für ihre Begeisterung an Sprache, deren Strukturen, Ausdrucksformen und Bedeutungsebenen. Heidemarie Zuder lehrte auch an der Karl-Franzens-Universität u.a. in den Bereichen Fachdidaktik Psychologie und Philosophische Kompetenzen und war als Mentorin für Studierende und Lehrende an der Pädagogischen Hochschule Graz tätig.
Sie ist Mitbegründerin des Unternehmens Idee und Weg sowie der Masterclass Percussion Meets Identity und leitete Workshops zu Persönlichkeitsentwicklung und Mentoring an der Kunstuniversität Graz.
Sie lebt und arbeitet als Persönlichkeitstrainerin auch in Südengland und verleiht ihrer Lust am Spiel mit der Sprache Ausdruck in eigenen Texten und Kurzgeschichten.

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Vortrag 2: Einführung in die Gebärdensprache und Gehörlosenkultur

Hausch

Christian Hausch

Kurzbiografie:
wurde hörend geboren und ist mit 2 Jahren durch eine Hirnhautentzündung ertaubt. Er wohnt in Klagenfurt am Wörthersee. Seit 2002 ist er Vertragsbediensteter und Gebärdensprachlehrer an der Universität Klagenfurt am Zentrum für Gebärdensprache und Hörbehindertenkommunikation. Er unterrichtet die Österreichische Gebärdensprache seit 26 Jahren.

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Vortrag 3: „BOAH, ur die geile Gschicht, oida!“ – Stimme, Wörter und syntaktische Konstruktionen im Sprechen österreichischer Jugendlicher

Oberdorfer, Bakk. phil. MA

Georg Oberdorfer, Bakk. phil. MA

Kurzbiografie:
hat an der Universität Graz Germanistik und Linguistik studiert. Im Zuge seiner universitären Arbeit beschäftigt er sich mit gesprochener Sprache und darunter vorwiegend mit Jugendsprachen sowie dem Sprechen in der Stadt. In einem österreichweiten Projekt hat er unter der Leitung von Prof. Dr. Arne Ziegler zusammen mit Kolleg_innen ein Korpus der Jugendsprachen in Österreich aufgebaut, das bis heute viele Erkenntnisse über das Sprechen dieser jungen Generation in Österreich hervorbringt.

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Das Sprechen nimmt einen zentralen Stellenwert in der Identitätskonstruktion Jugendlicher ein. Über diese bilden sich durch Identitäts-, aber auch Alteritätshandlungen Selbstbilder heraus, welche die jungen Menschen in der Welt verorten. Mit einzelnen syntaktischen Konstruktionen, bestimmten Wörtern in alter und neuer Bedeutung und dem Spiel mit der Stimme setzen sie Akzente, die über das eigentlich Gesagte hinausgehen und soziale Bedeutung für das Selbst und die Gruppenzugehörigkeit haben. Im Vortrag wird anhand von Daten aus Freundesgesprächen Jugendlicher und Erwachsener auf Gesprächsmerkmale eingegangen, in denen sich die junge Generation von der älteren unterscheidet. Diese Merkmale sind zwar nicht altersexklusiv, doch aber alterspräferentiell, wodurch sich in der Summe ihrer Verwendung Gesprächsstrategien abzeichnen, die der expressiven, d. h. der Selbstverortung dienenden Art der Jugendlichen Ausdruck verleihen.
Anhand von Konstruktionen auf unterschiedlichen Ebenen (prosodisch, lexikalisch, syntaktisch) wird Jugendsprache als Selbstausdruck dargestellt, der viel eher das Wesen dieses Sprechens zusammenfassen kann, als zu vorschnell getroffene Wahrnehmungen über mangelnde Sprachsensibilität oder gar -kompetenz es tun. Unter anderem wird dabei auch der Unterschied zur Lehrerschaft bzw. zu Autoritätspersonen, die Interpretation dieser sowie das potentielle Kommunizieren miteinander beleuchtet. Dass die Unterschiede zum Gewohnten im Sprechen Jugendlicher wiederum nicht zwangsweise auf einen Sprachverfall in der jungen Generation zurückgehen oder einen solchen einläuten, soll abschließend eine Tendenz zur Verwendung standardnäherer Formen im jugendlichen Sprechen aufzeigen.